Linux schneller als Windows
Donnerstag, 2. August 2012
Den Test mit einer nVidia finde ich uninterssant, es sei den es wurde der freie Treiber verwendet. Linux ist nicht Windows. Mit proprietären Treibern wird man auf Linux immer probleme haben. Interessanter fände ich einen Test mit der Intel-Grafikeinheit und freien Treibern. Die Leistung der Intel-Grafik ist mittlerweile recht passabel. Auf proprietäre Grafikkarten kann man mittlerweile verzichten.
>Mit proprietären Treibern wird man auf Linux immer probleme haben.
Na, das ist angesichts der relativen Unkompliziertheit des Nvidia-Treibers und den Problemen, die man mit dme Intel-Treiber haben konnte, eine gewagte Aussage.
Interessant wird es aber mit Intels nächsten iX-Prozessoren mit besserer interner Grafik, die dann für sowas ausriechen dürften.
Hi Onli,
nVidia-Treiber fügen sich nicht in die Linux-Infrastruktur. Sie unterstützen keine KMS sowie kein Wayland, des weiteren ist ihre Weitergabe zB. auf Live-CDs untersagt. Proprietäre Treiber haben die Linux-Entwicklung lange Zeit eingeschränkt. Es ist gut, dass sie nicht mehr nötig sind.
Des weiteren gefährden proprietäre Treiber das System. Man siehe die aktuellen nVidia-Treiber. nVidia wurde das Sicherheitsproblem angeblich bereits vor einem Monat bekannt gemacht. Bis heute haben sie nicht reagiert. Auch deshalb, aber nicht nur, gelten Kernel mit proprietären Treibern als "Tainted".
Die bereits erhältlichen i7 der dritten Generation (3xxx - zB. 3770) haben eine Grafikeinheit (HD4000), die auch für die meisten Spiele ausreicht. nVidia- oder ATI-Grafikkarten bzw. proprietäre Treiber sind nur noch für absolute High-End-3D-Anwendungen relevant.
Proprietäre Treiber sind nicht mehr nötig. Man sollte auf sie verzichten.
Ich selbst nutze freie Treiber, weil ich unter Linux nicht spielte. Und für normale Anwendungen reichen die tatsächlich. Aber weder sind deine Argumente stichhaltig noch ist es gesagt, dass die freien Treiber Spiele stemmen können.
>Sie unterstützen keine KMS sowie kein Wayland
Wayland nicht zu unterstützen ist völlig ok, das hat noch Zeit. KMS ist sicher nett, aber wohl kaum wichtig.
>Die bereits erhältlichen i7 der dritten Generation (3xxx - zB. 3770) haben eine Grafikeinheit (HD4000), die auch für die meisten Spiele ausreicht.
Schau dir den Test an. Die HD 4000 schafft es nicht, moderne Spiele wie Anno 2070 ruckelfrei darzustellen, erst recht nicht mit allen Details, auch nicht absturzfrei. AMD- und Nvidia-Karten werden noch eine Weile gebraucht.
Wenn Spiele unter Linux mit dem proprietären Treiber besser laufen, werden diese Treiber wieder sehr nötig werden. Und dann werden sie auch wieder installiert.
Hallo Onli,
schön, dass Du geschrieben hast.
> Aber weder sind deine Argumente stichhaltig ...
Welche? Was ist nicht Stichhaltig?
> ... noch ist es gesagt, dass die freien Treiber Spiele stemmen können.
Sie bringen einiges. Natürlich sind die Grafikeinheiten von Nvidia und ATI wesentlich stärker. Einem Gamer reicht die Intel-Grafik nicht. Doch ist die Leistung gestiegen, so dass sie für viele Spiele reicht.
Wenn der Test mit der Nvidia über 300 FPS bringt, so könnten es auf der Intel noch immer ausreichende 60 FPS sein (wahrscheinlich mehr).
> Wayland nicht zu unterstützen ist völlig ok, das hat noch Zeit. KMS ist sicher nett, aber wohl kaum wichtig.
Um Projekte wie Wayland oder KMS überhaupt entwickeln zu können benötigt man freie Grafiktreiber. Wäre man auf Nvidia's oder ATI's Gnaden angewiesen, wären Entwicklungen wie diese nicht möglich. Wayland kommt vielleicht schon nächstes Jahr. Wird es Nvidia dann unterstützen? Wahrscheinlich erst, wenn es sich durchgesetzt hat. Was ist dann mit Xorg? Proprietäre Treiber unterbinden Freiheit, Vielfalt und Fortschritt. Man sollte sie nur einsetzen, wenn sie unbedingt nötig sind.
> Schau dir den Test an. Die HD 4000 schafft es nicht, moderne Spiele wie Anno 2070 ruckelfrei darzustellen
Schau Dir die Radeon HD 6550D an, die schafft das auch nicht. Die getestete Radeon HD 7750 kommt bei mittleren Details (und nicht FullHD) auch gerade mal auf 50 FPS. Fazit: Das Spiel ist ein Resourcenfresser, dem man nur mit neuerster Hardware begegnen darf.
Natürlich gibt es spiele, die höchste Anforderungen haben. Neue Spiele mit aufwendiger Grafik werden natürlich höhere Leistungen verlangen, als die heute verbreiteten Grafikkarten. So lange ATI und Nvidia die stärkere Hardware haben, so lange werden sich Spielehersteller an deren Produkten orientieren.
Leistung ist aber nicht das einzig wichtige Kriterium für ein Linux-System. Freiheit bieten die proprietären Treiber jedoch in keinster Weise. Freiheit ist aber sehr wichtig für das Linux-Entwicklungsmodell. Ich habe oben bereits angedeutet, dass proprietäre Treiber die Macht haben, Entwicklungen aufzuhalten und zu blockieren. Es ist wichtig, dass man nicht auf diese angewiesen ist. Man sollte sie möglichst nicht unterstützen.
> Wenn Spiele unter Linux mit dem proprietären Treiber besser laufen, werden diese Treiber wieder sehr nötig werden.
Nur für Hardcore-Gamer.
> Und dann werden sie auch wieder installiert.
Nur wenn eine derartige Grafikkarte eingebaut ist. Sie ist nicht mehr nötig. Für die meisten 3D-Anwendungen, darunter sehr viele Spiele reicht eine Intel-HD4000 vollkommen aus.
Wir haben ganz einfach unterschiedliche Definitionen davon, was ausreicht (deshalb empfand ich die Argumentation als nicht stichhaltig). Führen wir hier mal den Begriff des Core-Gamers ein. Diese Gruppe will die neuen Spiele spielen und das häufig mit bestmöglichen Grafikdetails. Für so jemanden ist die HD 4000 eben nicht ausreichend, so wie sie nichtmal ausreicht, um moderne Spiele ruckelfrei zu spielen.
Wenn Linux es schafft, diese Gruppe zu gewinnen, ist das toll. Ich ziehe es vor, wenn von ihnen freie Treiber genutzt werden können. Das sieht aber derzeit nicht so aus, und eine HD 4000 ist für sie keine Alternative.
Ich selbst zähle mich da übrigens gar nicht zu, weil ich lange mit alter Hardware gespielt habe und viele neue Titel ignoriere, und sowieso auch mal mit niedrigen Details leben kann. Aber meine 7900 GTX, die immer noch mehr Leistung bringt als so eine HD 4000, wechsel ich jetzt aus. Selbst mir hat die nicht mehr genügt.
>Wenn der Test mit der Nvidia über 300 FPS bringt, so könnten es auf der Intel noch immer ausreichende 60 FPS sein (wahrscheinlich mehr).
Laut diesem Benchmark eher 22-30, was kritisch wenig ist, und das sogar ohne AA.
PS: Die Radeon HD 6550D ist übrigens das AMD-Pendant zur HD 4000, ebenfalls intern, und wie du richtig erkannt hast ebenfalls nicht ausreichend.
> Wir haben ganz einfach unterschiedliche Definitionen davon, was ausreicht...
Wir haben offensichtlich auch unterschiedliche Prioritäten.
Ich will jetzt nicht noch einmal mit der Wichtigkeit freier Treiber für ein freies Betriebssystem ankommen, weil Du auch diesmal nicht darauf eingehen wirst.
> Führen wir hier mal den Begriff des Core-Gamers ein.
Du nennst sie Core-Gamer, ich nannte sie einfach nur Gamer.
> Diese Gruppe will die neuen Spiele spielen und das häufig mit bestmöglichen Grafikdetails.
> Für so jemanden ist die HD 4000 eben nicht ausreichend, so wie sie nichtmal ausreicht, um moderne Spiele ruckelfrei zu spielen.
Nichts anderes habe ich behauptet. Ich sagte viele Spiele funktionieren damit ausreichend, nicht die neuersten mit bestmöglichen Details.
> Wenn Linux es schafft, diese Gruppe zu gewinnen, ist das toll.
Es wäre toll wenn Nvidia freie Treiber liefern würde.
> Laut diesem Benchmark eher 22-30, was kritisch wenig ist, und das sogar ohne AA.
Gut, dann wäre das geklärt. Das reicht natürlich nicht.
> PS: Die Radeon HD 6550D ist übrigens das AMD-Pendant zur HD 4000, ebenfalls intern, und wie du richtig erkannt hast ebenfalls nicht ausreichend.
Ja, auch jemand wie ich erkennt das.


