Der Einzigste in China
Samstag, 30. März 2013
Gedanken sind der Ort im Gehirn, wo Sprache nicht prozessiert wird.
Ich mag diesen Gedanken. Ihn formuliert, wenn das Impressum stimmt, Daniel Scholten auf Belles Lettres in einem Podcast namens Der einzigste und der Ober(st)e. Ich mag den Gedanken, weil er der Sprache die wohl richtige Bedeutung zuweist: Instrument und von Menschen in der Benutzung geformtes Etwas, mit dem sie sich Dinge mitteilen. Darüber kommt man schnell zum von ihm nebenbei erwähnten Primat der gesprochenen Sprache, was mir gut passt, weil es mich in meiner Abneigung gegen die durch FGdI eingeflößte Informatikerangewohnheit bestärkt, Sprache als Logik zu verstehen und dann künstlich so zu tun, als könnte man verneint gestellte Fragen nicht mehr richtig beantworten.
Außerdem stimmt die Beobachtung, gesprochene Sprache sei voller notwendiger Redundanzen, darüber wunderte ich mich erst kürzlich beim Transkribieren meiner Nutzertests.
Womit ich Belles Lettres immer verbinden werde: Ziemlich am Anfang meines Master-Studiums saß ich mit einer kleinen Gruppe in der Mensa und irgendwie startete einer die Diskussion, wie China und Chemie ausgesprochen wird. Ch als K gesprochen ist richtig und alles andere peinlich falsch, davon war er überzeugt und auch nicht von abzubringen, weil er in seinem vorherigen Studium mal extra einen Sprachkurs von echten Sprachwissenschaftlern mitgemacht hat, in dem ihm das so erklärt wurde. Nun hatte ich gerade diese Erklärung dazu gelesen und war daher keineswegs so einfach davon zu überzeugen. Meine Uneinsichtigkeit seiner offensichtlichen Überlegenheit in solchen Fragen plus seine nicht zu übergehende laute Möchtegern-Bestimmtheit ergab ein unschönes Tischgespräch und den Beginn einer anhaltenden Abneigung, die sich spätestens bei seinen rassistischen Witzeleien im - jawohl - China-Restaurant zum offenen Zerwürfnis verfestigte.Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb gefällt mir der Artikel auch jetzt noch sehr gut, denn schon seine Einleitung ist eine schöne Gegenposition zum "So wurds mir erklärt und so ist es richtig":
Fangen wir mit dem Wesentlichen an: Welche Aussprache Ihnen auch immer eigen ist, Sie liegen damit richtig. Denn für die drei Varianten /?/, /ç/ und /k/ finden sich jeweils so viele Sprecher, daß man von keiner Standardform durch Mehrheit sprechen darf.
Mir ist bewusst. dass auch dies eine Erklärung ist, die man erklärt bekommen und dann für richtig halten kann - der Unterschied ist der verifizierbare Inhalt, der die Engstirnigkeit unmöglich macht.
Und jetzt also ein Podcast zu der einzigste. Die Argumentation beginnt bei alt-ägyptischen Vergleichsformen, es geht weiter mit Definition durch Lage im Raum (bei der obere), mit dem Beispiel der zweite, der zwanzigste und endet mit: Der Einzigste ist Determinierung, nicht überflüssige Steigerung. Ich lese da keine Empfehlung raus, so zu schreiben, die stilistische Kritik an der Redundanz wird ja nicht verworfen, aber ich werde mir merken, die Verwendung von der einzigste im Gespräch nicht mehr als Fehler anzusehen (was ich bisher tat, den Sprecher manchmal auch entsprechend korrigierte). Ich verkürze stark und konnte auch an einer Stelle nicht folgen (der Folgerung, dass vom Prinzip die Leute in Griechenland, die póteros sagen, die gleichen Leute sind, die bei uns der einzigste sagen), sondern ließ mich erst später überzeugen, deshalb würde ich empfehlen, die Erklärung selbst anzugucken.
Was ich an Belles Lettres übrigens nicht mag ist der Effekt, dass ich nach so einem Video erstmal weniger frei schreibe, mehr darauf achte, was für einen Unsinn ich hier fabriziere, ohne das Gefühl zu haben, dass der Text davon wesentlich profitiert.
Sand
Freitag, 5. Oktober 2012
Ein Namenloser, der sich dann Carl nennt, wacht in der Wüste auf und erinnert sich an nichts. Er wird ausgeraubt und verliert die Orientierung, um dann Helen zu treffen und mit ihr die sich auftürmenden Probleme zu versuchen zu lösen. Gleichzeitig gab es einen Mord in einer Hippie-Kommune, jemand stahl Geld, Agenten suchen nach Atombombenteilen und irgendwie geht es um Minen und noch um einiges mehr... es ist ein ziemliches Chaos.
Wolfgang Herrndorf hat in seinem Blog ein Tagebuch über sein Leben mit Hirntumor geschrieben (das ziemlich interessant und traurig ist). Auch die Arbeit zu Sand wird erwähnt, in der Nachbarschaft von Angst, Panik und Psychose. Man merkt dem Roman das schon an. Zum einen an der Orientierungslosigkeit Carls, einzelnen Situationen wie einem Psychiaterverhör und dem generellen Chaos, das Carl in den Weg geworfen wird und mit dem er nicht fertig wird. Klare Verweise auf die Situation Herrndorfs. Zum anderen an der Sprunghaftigkeit des Romans, dass einige Geschichten nur angefangen, aber nie beendet werden, dass der Hauptplot erst nach einem Drittel des Buches halbwegs deutlich wird und auch dann noch chaotisch bleibt. Der Roman ist seltsam.
Sand hat nicht diese Großartigkeit von Tschick, die ich noch beschreiben werde. Trotzdem ist es lesenswert, wenn man die Wirrungen durchbeißt bleibt eine spannende Geschichte und einige tolle Nebenfiguren, wie den Miner mit der Ziege oder die seltsamen Autoren. Und natürlich einige absurde DIaloge und Sätze, die manchmal aber eher den "was ein seltsames Buch"-Effekt verstärken.
Die hellen Tage
Donnerstag, 30. August 2012
Eine Kleinstadt, darin die Kinder Aja und Seri, die ihre Tage bei Ajas Mutter Évi, einer ehemaligen Zirkusakrobatin, am Rande der Stadt in einer Hütte mit Garten verbringen. Es kommt ein Junge zur Freundesgruppe hinzu, trotz der Distanz zwischen den kleinbürgerlichen Eltern und Évi freunden sich diese an, die Zeit vergeht und die Kinder werden erwachsen. Die Idylle verblasst und bleibt als Erinnerung bestehen.
Die Besprechung in der Faz ist treffend. Zsuzsa Bánk lässt sich Zeit und schrammt am Kitsch vorbei, doch zeigt das Buch hinter der Fassaden Unmengen an dunklen Seiten: Ermordete Brüder, betrogene Frauen, gescheiterte Beziehungen, verschenkte und scheiternde, sowieso das Scheitern - am Leben, von Dreieckskonstellationen und der Flucht aus der Heimat und dem Leben in ihr - dazu kommt das Altern, Alzheimer und der Tod. So wird aus Kitsch traurige Melancholie.
Stellenweise brilliant, z.B. das nachfühlbare Scheitern der Dreier-WG in Rom an einer Beziehung, die gleichzeitig klar sichtbar gemacht und doch vage bleibt, wie das eben so ist. Dann wieder furchtbar repetitiv, phasenweise nur erträglich, wenn man bewusst das Konstruieren der falschen temporären Idylle beobachten kann und Spaß am Erkennen der Leerstellen hat.
Deadwood
Sonntag, 26. August 2012
Bill Hickok und Charlie Utter reisen 1876 nach Deadwood. Wild Bill Hockok ist ein alternder Revolverheld, fast erblindet, der dort mit seinem Tod rechnet. Charlie ist sein Freund und die eigentliche Hauptfigur des Buches, dem die Stadt ebenfalls nicht gut tun wird und der in einer apathisch depressiven Stimmung versinkt.
Wird als Western bezeichnet, aber die Stadt und Menschen sind so widerlich und düster, dass man es kaum mit anderen Western vergleichen kann. Es geht nicht um einen Banküberfall oder glorreiche Helden mit Todfeinden, sondern mitleidlosen grausamen Menschen in einer ebenso harten und korrupten Stadt, die manchmal trotzdem sympathisch wirken. Alles ist faulend und stirbt, und dabei ist die Geschichte dann nicht mehr ernstzunehmen, sie entwickelt einen absurden Humor. Hat mir gut gefallen.
"Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses" gelesen zu haben hilft, um das Verhältnis zu den Indianern einordnen zu können und die Siedler noch abstoßender zu finden.
Der Roman ist wohl 2011 nochmal in Deutschland aufgetaucht, eigentlich 1986 erschienen. Es gibt eine gleichnamige Fernsehserie, die am gleichen Ort zur gleichen Zeit und teils mit den gleich(namig)en Personen spielt.
Die Corleones
Mittwoch, 22. August 2012
In letzter Zeit wurde und in nächster wird der Kobo intensiv genutzt. Damit ich die Bücher weniger leicht vergesse, schreibe ich ab jetzt hier im Blog über sie.
Die Vorgeschichte des Paten, geschrieben von Edward Falco nach einem Drehbuch Puzos. Die Corleones sind noch keine große Familie und keiner der Söhne ist im Geschäft. Sonny will sich mit beidem nicht abfinden, aber auch ohne sein Zutun ist die Familie im Fokus von Feinden.
Den Paten fand ich damals toll und auch den Film habe ich inzwischen gesehen und für gut befunden. Von daher bin ich nicht objektiv. Mir hat es gefallen, die Charaktere wiederzusehen und die Familie am Anfang zu sehen, andere wie Brasi erst richtig gezeichnet zu bekommen. Die Geschichte wird auch nicht atemlos hingehastet und erschafft die richtige Atmosphäre, und obwohl der Don noch nicht der Don ist, wird er am Ende der Geschichte hörbar. Großartiger Effekt.
Nur Sonnys Charakter erschien mir inkonsistent. Der plant erst eiskalt Coups, um dann schlagartig zu einem hitzköpfigen Idioten zu mutieren, sich eben in die spätere Rolle zu verwandeln. Der Aspekt ist dem Autor komplett misslungen, anders als die Geschichte als ganzes.
Great Expectations
Sonntag, 29. April 2012
I took her hand in mine, and we went out of the ruined place; and, as the morning mists had risen long ago when I first left the forge, so, the evening mists were rising now, and in all the broad expanse of tranquil light they showed to me, I saw no shadow of another parting from her.
Eines der drei Enden.
Krieg im Leben
Dienstag, 17. November 2009
Heirate nie, heirate nie, mein Freund! - Lass mir dir einen Rat geben, heirate wenigstens nicht eher, als bis du dir sagen kannst, du habest alles an Leistungen vollbracht, was in deinen Kräften stand, und heirate nicht eher, als bis du aufgehört hast, die Frau, die du dir erwählt hast, zu lieben, das heißt, nicht eher, als bis du sie mit aller Klarheit zu überschauen vermagst. Sonst begehst du einen schwerwiegenden und nicht wiedergutzumachenden Fehler. Heirate als Greis, wenn du doch zu nichts mehr gut bist... Sonst geht alles Gute und Hohe in dir zugrunde.
Auf wievielen Hochzeiten Krieg und Frieden wohl schon zitiert wurde?
Kritik des Vorwurfs "Postmoderne Spieletesternazis" zu "Geliebter Feind"
Mittwoch, 5. August 2009
Im Anschluss zu den Ausführungen über den linken Dogmatismus soll im folgenden gezeigt werden, mit welchen Phrasen und Verdrehungen Christian Horn (Hochdorff) bei nichtidentisches im Gastbeitrag den Gamestarredakteur Fabian Siegismund ungerechtfertigt als Nazi bezeichnet. Hochdorff bezieht sich dabei auf den Report Geliebter Feind.
Der Hauptvorwurf ist der des Relativismus, der unzulässigen Gleichsetzung verschiedener Ideologien bzw. von Ideologien mit angeblichen Wahrheiten.
In dieser Relativierung kann Siegesmund den Feindbegriff von jeder Realität trennen. Deshalb ist ihm unerklärlich, weshalb deutsche Spieler die nationalsozialistische Soldateska als Feinde wahrnehmen sollten. Er versucht dies mit der vermeintlich starken Symbolik von Uniformen und Abzeichen des 2. Weltkrieges zu erklären, die für ein deutliches Feindbild verantwortlich seien. Nirgendwo erwähnt er, dass der Hass auf die normalen deutschen Soldaten einen realen universellen Grund hat und eben nichts ist, dass erst in irgendeiner US-amerikanischen Spieleschmiede erfunden wird.
Was schreibt Siegesmund in Bezug auf das Feindbild des Wehrmachtssoldaten tatsächlich?
»Wir«, das sind in modernen Unterhaltungsmedien in erster Linie die Amerikaner: Die Filmfabrik Hollywood und die meist in den USA produzierten Computerspiele vermitteln ein Weltbild aus Sicht der Vereinigten Staaten. Das gilt für viele Bürger westlicher Länder als ausreichend akzeptabel, um es im Rahmen eines Computerspiels oder Films als das eigene zu adaptieren. Mit der Folge, dass auch deutsche Spieler einen mit einer Kalaschnikow bewaffneten Araber schnell als Feind akzeptieren – oder gar einen deutschen Wehrmachts-Soldaten. Die Uniformen und Abzeichen des Zweiten Weltkriegs mit ihrer starken Symbolik eignen sich dabei besonders für ein deutliches Feindbild.
Das ist kein Ausdruck des Unverständnis, sondern eine treffgenaue Analyse der Westbindung des modernen Deutschlands. Adenauers Westkurs nach dem Zweiten Weltkrieg bewirkt auch heute noch, dass Deutschland ein westliches Land ist, in die Nato eingebunden und transatlantischer Partner der USA. Ein Deutschland im Rückfall in Naziideologie jedoch würde einen Wehrmachtssoldaten als einen der ihrigen akzeptieren, daher das Feindbild eben nicht. Die Westausrichtung Deutschlands ist eine Ausrichtung an den USA und damit an deren Feindbilder - das erklärt das sogar, denn es ist für eine Nation eher Besonderheit als selbstverständlich, die Figuren der eigenen Geschichte als Feind wahrzunehmen. Über die Berechtigung dieser Besonderheit wird nichts gesagt.
Hakenkreuz oder Hammer und Sichel wirken mächtig, die Ideologien dahinter unaufhaltsam – und diesen muss sich der Spieler nun entgegenstellen.
Diese Aussage Siegismunds sei ein weiterer Relativismus:
In dieser 2. Weltkriegsanalogie setzt Siegesmund das Hakenkreuz sowie Hammer und Sichel als gleichwertige Ideologien, an denen sich Feindbilder festmachen, nebeneinander und ignoriert vollkommen die Tatsachen, dass man etwa in „Call of Duty” auch in die Rolle der sowjetischen Alliierten schlüpft, gleichberechtigt neben der britischen und amerikanischen Partei. Die Spielindustrie kann also etwas, was deutsche Redakteure nicht können, nämlich historisch differenzieren. Die UDSSR wird als Teil der Alliierten keineswegs zum Feindbild gemacht, sondern ihr Einsatz vielmehr gewürdigt.
Betrachtet man die historischen Ereignisse, waren Kommunimus und Nationalsozialismus (bzw. Faschismus) wiederstreitende Ideologien, die nahezu gleichzeitig auftraten und deren Kampf gegeneinander die Geschehnisse massiv beeinflussten. In Weimar bekämpften sich Kommunisten und Nazis in Straßenkämpfen, in der DDR wurden den Nazis entsagende Neukommunisten schnell akzeptiert - weil ein Kommunist kein Nazi sein könne. Die Symbole eignen sich also wirklich hervorragend, um daran Feindbilder festzumachen, gerade wegen der kriegerischen Verbindung in den Köpfen historisch halbwegs gebildeter Menschen.
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| Die simple Welt |
Die UDSSR als gewürdigter Alliierter darzustellen ist typischer Dogmatismus. Die UDSSR kämpfte gegen die Nazis war damals also gut, diese Gleichung stellt Hochdorff hier implizit auf. Dem ist natürlich nicht so, Stalins Massenmorde an der eigenen Bevölkerung, seine Nichtwürdigung von Menschenrechten werfen ein dunkles Bild auf diesen Alliierten, der eben nie ein Alliierter war, sondern ein Verbündeter der Alliierten Frankreich, England und den USA. Dementsprechend wird in Call of Duty dargestellt, mit welchen Methoden die Sovjetunion diesen Krieg teilweise führt: Ein Soldat trug Munition, der andere eine leere Waffe, wurde einer erschossen, konnte der andere sich ausrüsten. Das ist im Spiel beeindruckend und erschreckend, gleichzeitig wird durchaus der Beitrag zum Sieg gegen Hitler gewürdigt. Aber eben nicht kritiklos, sondern eine differenzierte Darstellung seitens der Spieleindustrie, wie auch Hochdorff vermeintlich würdigt, aber scheinbar weder versteht noch erreicht.
Hochdorff führt seine Argumentation weiter und schon vorher mit Verdrehungen der Worte Siegismunds, die getrost als bösartig manipulierend bezeichnet werden können. So schreibt er:
Im weiteren Artikel mokiert er sich erkennbar darüber, dass deutsche Soldaten beim Erschießen wehrloser Verwundeter gezeigt und somit als gnadenlos dargestellt würden, ganz so als seien nicht tausende dieser Perversitäten und sadistischen Ausbrüche der ganz normalen Deutschen in Wehrmachtsuniform tatsächlich dokumentiert.
Wirklich schreib Siegismund:
Die außerirdische Vernichtungsmaschine aus Prey lässt nicht mit sich reden, die Alien-Königin aus Aliens vs. Predator will uns nur als Wirt für ihre Eier, und wenn in Call of Duty 5 Wehrmachtssoldaten hilflos am Boden liegende Russen erschießen, dann wird im Spieler der Wunsch laut: »Denen zeig ich’s!« Zweifel an der Richtigkeit des Handelns wird damit minimiert – moralische Ambivalenz und Unsicherheit sind selten in Spielen, die uns in erster Linie unterhalten sollen.
Ein Mokieren sucht man hier vergeblich. Es wird schlichtweg dargestellt, wie durch Brutalität des Feindes die eigene (dann Gegen-)Gewalt gerechtfertigt wird. Mit dieser Methode wird nunmal ein Feindbild erreicht, ob berechtigt oder nicht, und in keiner Zeile schreibt Siegismund, dass diese Darstellung beim Wehrmachtssoldaten unangebracht wäre. Hochdorff stellt dies trotzdem so dar, damit seine folgenden Relativismusvorwürfen mit dem Nazivorwurf an Siegismund unterstützt werden können. Der Text jedoch gibt das nicht her.
Dieses Manipulieren findet sich auch hier:
Ein weiteres konspirationistisches Moment lässt sich bei Siegesmund feststellen: der Hang zur Personalisierung. Für die Spielentwickler Pandemic sei der Umstand, dass Georg Bush die Verbindung zwischen Hugo Chavez und Fidel Castro ein Dorn im Auge sei, Grund genug, die Handlung ihres Spieles „Mercaneries 2? nach Venezuela zu verlegen. Pandemic bedient demnach keinen zahlungskräftigen Markt, der hungrig ist nach möglichst aktuellen Settings, sondern die Wünsche eines scheidenden Präsidenten.
Tatsächlich sind unter Bush Venezuela und die USA in eine Konfliktsituation geraten, z.B. beim versuchten Putsch gegen Chavez. Siegismund schreibt jedoch nicht, dass alleine die persönliche Abneigung Grund für das Feindbild in Mercenaries 2 sei. Sondern genau das, was als Alternativ- und angeblich verneinten Grund angeboten wird:
Und für Pandemic Grund genug, sich die im Spiel geschilderten Konflikte auszudenken. Denn wenn ein Feindbild schon nicht an ein historisches oder gar aktuelles Szenario anknüpfen kann, dann muss es zumindest ein glaubwürdiges sein.
Hochdorff scheint den Report nichtmal gelesen zu haben.
Der eigentliche Vorwurf bezieht sich nicht alleine auf den Report Siegismunds, sondern schlägt einen Bogen zu einer angeblich verbreiteten "Unart" in Deutschland: Wie in konspirationistischen Enthüllungsgeschichten soll dem Spieler die angeblich verheimlichte Wahrheit „bewiesen” werden.
Diese Spiele (Anm.: Islamistischer Spielemacher) nehmen nicht wie die westlichen Spiele mit aktuellem bzw. historischen Setting Anleihen an der Realität und interpretieren diese bzw. lassen den Spieler interpretieren, sondern wollen unmittelbar die Wirklichkeit nach ihrem Bilde formen. Dadurch wird Realität (vergangene und gegenwärtige) zu einem gigantischen Lügengebäude zurechthalluziniert. Die Fälschungen sind austauschbar, wenn es darum geht die „Wahrheit” zu kaschieren. Die Realität wird damit selbst zum Schein und die Verbindung bestimmter gesellschaftlicher Momente mit ihr für den Konspirationisten nicht mehr erfahrbar.
In diesem Abschnitt steckt der Kern der ganzen Vorwürfe und der ganzen Fehlleistung Hochdorffs. Er behauptet, dass in westlichen Spielen die Realität anlässlich historischer Fakten gezeichnet, in islamistischen die Realität verdreht werde. Und so einfach ist es eben nicht. Wenn ein Spiel in einem komplexen historischen Komplex abspielt, gibt es nicht nur ein gut und ein böse. Wie sieht das in westlichen Spielen aus, in denen kritiklos der gute Amerikaner gegen die bösen Russen kämpft, oder dieses Klischee im Krieg gegen Aliens genutzt wird? Sicher gibt es islamistische Spiele, die eine zionistische Verschwörung propagieren, basierend auf Antisemtisimus und purer Hetze. Doch wenn heute ein Spiel über den Krieg im Gazastreifen gemacht wird: Wer ist dann gut, wer böse? Der israalische Soldat gut, weil er seine Heimat verteidigt? Der Hisbollahkämpfer, weil er ebenso seine Heimat verteidigt? Der israelische Soldat böse, weil er unschuldige Kinder erschießt? Der Hisbollahkämpfer, weil er sich mit ihnen in die Luft sprengt? Die Welt ist nicht so schwarz und weiß, wir sind nicht nur gut und nicht nur böse, und daher können auch Feindbilder berechtigt sein, die gegen uns gehen. Gute Spiele geben das wieder, indem sie versuchen, möglichst viele Facetten zu zeigen, wie eben Call of Duty bei der Sovjetunion oder ein Deus Ex mit der Geschichte hinter der Geschichte und der ansatzweisen Unvorhersagbarkeit von Freund und Feind.
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| Freund oder Feind? Schuldig oder Opfer? |
Hochdorff dagegen bietet im Fazit eine eigene Antwort auf diese Fragen an:
Die Realitätsgebundenheit der Feindbilder „Wehrmachtssoldat” und “islamischer Terrorist” sowie die Differenz in der Genese und Präsentation von Feindbildern insgesamt ignoriert Siegesmund, weil er sie nicht (mehr) versteht. Er offenbart im Zuge seines Aufschwungs vom Spieletester zum Gesellschaftskritiker seine Anschlussfähigkeit an das konspirationistische Denken westlicher und islamischer Antisemiten und ist damit Ausdruck des neuesten deutschen Nationalismus und seiner Ideologie der Äquidistanz und postmodernen Gleichmacherei.
Abgesehen von der Arroganz. die in dem diagnostizierten "Aufschwung" vermittelt wird und dem Versuch der Unkenntlichmachung durch Fremdwörter, steckt hier eine unhaltbare Aussage ohne Sinn und Verstand: Der Versuch der differenzierten Betrachtung der Berechtigung von Feindbildern oder die Kritik an solchen Dogmatismen wie die Hochdorffs in diesem Beitrag sei also deutscher Nationalismus, Äquidistanz und postmoderne Gleichmacherei, sprich: faschistoide Hetze. In Wirklichkeit ist es Äquidistanz im positiven Sinne: Der erforderlichen Neutralität bei der differenzierten Betrachtung von Feindbildern, um daraufhin mittels des eigenen Verstandes, historischen Wissens und Gewissens eine Bewertung vorzunehmen, die über ein "gut" und "böse" hinausgeht. Mit Nationalismus hat das nichts zu tun, das Wort steht dort nur, um Kritikern Antisemitismus unterstellen zu können, da jede Israelkritik, die differenziertes Denken bewirken kann, in solchen Kreisen automatisch Antisemitimus ist.
Doch geht das über den Artikel Siegismunds hinaus. Denn er urteilt nicht politisch. Er will zeigen, dass sich Feindbilder an den kulturellen Hintergrund anpassen - und unabhängig von dem Nazivorwurf Hochdorffs ist ihm das gelungen.
Leidenschaftliche Bildung
Montag, 18. Mai 2009
Der Gebildete ist an seinen heftigen Reaktionen auf alles zu erkennen, was Bildung verhindert. Die Reaktionen sind heftig, denn es geht um alles: um Orientierung, Aufklärung und Selbsterkenntnis, um Phantasie, Selbstbestimmung und moralische Sensibilität, um Kunst und Glück. Gegenüber absichtlich errichteten Hindernissen und zynischer Vernachlässigung kann es keine Nachsicht geben und keine Gelassenheit.
Wenn jemand mal wieder ein Argument gegen Studiengebühren oder die Verwirtschaftlichung der Bildungssysteme sucht: man schaue in diese Festrede von Peter Bieri.
Der/Das Blog
Montag, 23. März 2009
Ein Thema der Kleingeisterei oder ernstzunehmende Ignoranz? "Der Blog" sei falsch heißt es oft, ganz konkret nun hier als Teil einer Kritik am Freitag, dem diese "Falschdarstellung" als Ignoranz angekreidet wird. Ist die Sache wirklich so eindeutig wie dort und in den Kommentaren zu meiner Kritik an der Kritik dargestellt?
Argument für "Das": Es heißt "das Log". Blog stamme von Weblog und sei daher ein Neutrum. Da gibt es allerdings mindestens ein Problem: Web ist kein deutsches Wort. Blog ist also eine Zusammensetzung eines im Deutschen allgemein verstandenem Wort, dem Log als Logbuch, und einem nur inzwischen verständlichen, dem Web. In solchen Fällen ist die Einordnung nicht mehr so eindeutig.
Aber trotzdem: Wenn allgemein anerkannt und vor allem bekannt wäre, dass Blog von Weblog kommt, dann wäre das "das" sicher angebracht. Aber hat sich hier nicht das Wort "Blog" inzwischen selbstständig gemacht, beispielsweise ganz andere Konnotationen entwickelt?
Argument für "Der": Im Kommentar habe ich auf "Block" verwiesen. Natürlich habe ich damit nicht gemeint, dass Blog von Block abstamme. Aber es sind gleichlautende Wörter mit teils überschneidender Bedeutung. Und hierbei relevant: Gleichlautend harte männliche Worte. Motor, Roboter, Block, Fluss, Katalog(!), Mord, Tod ... - bestimmte Wortklänge weisen nunmal auf ein "männliches" Wort hin. Die Endungen -tum, -chen, -am, -ent, -um dagegen würden auf "das" hindeuten, und keine davon ist bei dem Wort "Blog" gegeben. Diese Klangdefinition wird insbesondere durch das oft fehlende Wissen über die Herleitung des Wortes und durch den Ursprung außerhalb der deutschen Sprache relevant.
Der mögliche Einwand ist berechtigt: Das Fehlen der passenden Endung und der Wortklang sind kein eindeutiges Kriterium, und -og nichtmal eindeutig männlich.
Ich sage nicht, dass "das Blog" die falsche Bezeichnung ist. Ich meine jedoch, dass "der Blog" nicht so verkehrt ist. Nicht nur, weil der Duden das ebenso sieht - der Duden hat nicht immer recht bzw. hat keine Definitionsgewalt. Sondern, weil es über den Sprachklang und der üblichen Spracheinordnung durchaus zu begründen ist.
Zivilcourage
Mittwoch, 11. März 2009
Manche Dinge verlieren in der Krise ihre Bedeutung. Die Schuldentilgung des Staates ist ein Beispiel dafür. Andere Dinge bekommen durch die Krise eine zusätzliche Bedeutung.
Ich werde niemandem erklären müssen, wer John F. Kennedy war. So gegenwärtig er als erschossener Präsident in den Erinnerungen der Menschen auch heute noch ist, so unbekannt ist hierzulande sein Buch "Zivilicourage". Acht Jahre vor seinem Tod veröffentlicht, ist es dem Titel nach ein Buch über Mut.
Mut in der Politik. Mut gegen die Öffentlichkeit, Mut gegen den Wähler.
Die Freiheit dieses Landes und seiner großen Aufgaben wird niemals gesichert sein, wenn seine Staatsmänner wie Knechte dem Geheiß ihrer Wähler folgen würden, anstatt ihre Repräsentanten zu sein, die für die bleibende Wohlfahrt und die künftigen Interessen des ganzen Landes Sorge tragen.
Ein Zitat Lamars. Sein Bemühen um eine Versöhnung zwischen Norden und Süden und sein Verhalten in der Silberfrage folgten seiner Überzeugung. Damit wandte er sich aber gegen die öffentlichen Meinung. So wie Sam Houston in anderen Fragen.
Mitbürger! Im Namen eurer Rechte und Freiheit, die, wie ich glaube, mit Füßen getreten wurden, weigere ich mich, diesen Eid zu leisten. Ich weigere mich als Mann von Gewissen. ... Was mich an diesem Schlag am schwersten trifft, ist, daß er im Namen des Staates Texas geführt wird.
Solche Geschehnisse sind in diesem Buch beschrieben, anhand des Wirkens von acht Senatoren. Trockene Geschichte in lebendigen Geschichten. Laut der deutschen Wikipedia wird dem Werk nachgesagt, es sei von einem Ghostwriter geschrieben worden, und wenn die Sprachqualität der deutschen Übersetzung die englische widerspiegelt ist dieser Verdacht auch durchaus verständlich. Denn die Personen bekommen Tiefe.
Diese lebendige Schilderung ist bei einem solchen Stoff ungewöhnlich. Benton wird so eingeführt:
»Mister President, Sir ...!« Der stämmige Mann mit der schwarzen Haarkrone sprach vor einem nahezu leeren Senatsplenum des Jahres 1850. Die wenigen Anwesenden - unter denen sich auch ein nervös gereizter Senator befand, der eben den jetzigen Sprecher streitsüchtig genannt hatte - bemerkten, wie sich die starken Muskeln und die breiten Schultern des Redners immer gefährlicher anspannten - der Haltung eines geübten Kämpfers gleich; aus dem Munde seines massiven Römerkopfes zischte das eisige »Sir« wie ein Giftpfeil hervor.
Das könnte auch einem Roman entstammen.
Geschildert wird Zivilcourage über die Parteigrenze hinweg, auch über die sachliche Ebene hinweg. Wenn das jeweilige Beziehen von sich widersprechenden Positionen verschiedener Senatoren als Ergebnis des Mutes geschildert wird, dann geht es nicht mehr um die Sache. Es geht nur noch um den politischen Mut an sich.
Doch Mut alleine ist nicht das wahre Thema. Die direkte Demokratie mit ihren Widersprüchen beherrscht die Metaebene. Wenn das Volk sich gegen jede Versöhnung stellt, den Krieg zu einem selbstzerstörerischen Zeitpunkt fordert, sich von Emotionen statt von Verfassungstreue leiten lässt oder manipuliert von der Berichterstattung bestimmte Politiker verdammt - dann wäre die Einführung der direkten Demokratie das schlimmste, was passieren kann.
In dieser Krise wird oft das Ende des Kapitalismus beschworen. Damit einher steht die parlamentarische Demokratie in der Kritik, die unauslösbar mit dem Kapitalismus verbunden scheint. Ernsthafte Alternativen finden sich in Formen direkter Demokratie und der damit möglichen Umwälzung des Wirtschaftssystems.
Daher ist dieses Buch in dieser Krise wichtig. Es sind Beispiele wie die in diesem Buch gesammelten, die die Schattenseiten solcher Regierungsformen vor Augen führen.
Huntington: Unterschiede durch Religion
Mittwoch, 18. Februar 2009
Von Huntingtons "Kampf der Kulturen" haben die meisten zumindest schonmal gehört. Mir ist noch nicht klar, was das für einer ist, welche Konsequenzen man aus diese Interpretation der Weltpolitik ziehen soll.
Offensichtlich dagegen, welche Frage er beantworten will: Was ist der große Unterschied zwischen Menschen, worauf baut sich Ablehnung? Laut Huntington ist es die Kultur, wobei vor allem die Religion die Gewalt fördert:
Der Sturz des kommunistischen Regimes in der Sowjetunion und in Jugoslawien bewirkte dasselbe [Anm.: ethnische und kulturelle Konflikte auslösen] nach dem Ende des Kalten Krieges. Die Menschen konnten sich nicht mehr als Kommunisten, Sowjetbürger oder Jugoslawen verstehen, mußten händeringend eine neue Identität suchen und fanden sie in den alten Ersatzkategorien der Ethnizität und Religion. Die repressive, aber friedliche Ordnung von Staaten, die der Lehre von der Nichtexistenz Gottes verpflichtet waren, wurden durch die Gewaltbereitschaft von Menschen ersetzt, die unterschiedlichen Gottheiten verpflichtet waren.
Oder auch zum Wesen der Religion selbst, kurz zuvor :
Die Menschheitsgeschichte zeigt seit Jahrhunderten, daß Religion kein «kleiner Unterschied» ist, sondern vielmehr der wahrscheinlich tiefgreifendste Unterschied, den es zwischen Menschen geben kann. Häufigkeit, Heftigkeit und Gewalttätigkeit von Bruchlinienkriegen werden durch den Glauben an verschiedene Gottheiten stark gesteigert
Seite 426, 417, Spiegel-Edition 06/07.
Eigentlich auch erstmal egal, was für einer Huntington genau ist. Für mich ist das effektive Religionskritik, wie ich sie noch nicht oft gelesen habe.
Ehrensachen
Montag, 12. Januar 2009
Bei Begleys Roman Ehrensachen schadet es nicht, etwas Spaß daran zu haben, die vielen Parallelen zu Begleys Biografie und seinen anderen Romanen zu vergleichen.
Hat man das nicht, hält man die Lebensgeschichte des Erzählers Sam vielleicht für belanglos. Dabei ist sie genausowenig belanglos wie Archies oder Henrys. Archies ist wichtig wegen der großartigen Zeichnung des Scheiterns eines Alkoholikers. Henrys ist sowieso wichtig, weil an ihm die Frage der jüdischen Identität und des erstrebenswerten Lebensentwurfes behandelt wird, das Hauptthema des Buches.
Und Sam? „Sam Standish ist auch jemand, der ich hätte sein können“, so Begley selbst. Vielleicht ein möglicher Lebensverlauf, wenn er früher begonnen hätte, zu schreiben. Was mich allerdings wundert ist diese Teilidentifikation trotz Sams angedeuteter Homosexualität. Andererseits hat ja auch "Wie Max es sah" dieses Thema.
Wenn man mit Begleys bisherigen Romanen etwas anfangen kann, sollte man "Ehrensachen" lesen.
Freitags Kapitalismusdebatte
Montag, 24. November 2008
Im Freitag ist eine als Debatte deklarierte Artikelserie zu finden, die lesenswert ist.
Den ersten Artikel sehe ich als Plädoyer für eine Wahrnehmung der durch die Krise entstandenen Chance. Aber eigentlich ist diese Denkrichtung allen Artikeln gemein. Ein Zitat fasst es besser:
Der Neoliberalismus ist nicht nur die Ursache der Finanzkrise, sondern auch der global wachsenden Armut, der Massenarbeitslosigkeit, der Agenda-Politik in Deutschland.
Der Artikel sollte wohl als Bestandsaufnahme gesehen werden. Vorschlag:
Die Zeit ist reif für eine Gegenbewegung hin zu einer fairen Teilung der Arbeit durch Arbeitszeitverkürzung, zu einem Existenz sichernden Einkommen ohne entwürdigende Kontrollen und zu einem gesetzlichen Mindestlohn.
Im zweiten Artikel wird ein komplexes Konstrukt skizziert, das dem existierenden System aufgesetzt werden solle, ein ökonomisch-ökologisches Programm. Artikel drei stellt fest:
Als Finanzsupermacht werden die USA - heute die größte Schuldnernation der Erde - nicht überleben. Mit dem Dollar-Regime, das vollständig vom US-Staatskredit abhängt, wird es vorbei sein, der Euro wird den Dollar als Weltgeld auf vielen Weltmärkten beerben - so wie die City of London die Wall Street.
und Artikel vier, unwürdig kurz verknappt, ordnet die Krise in einen Kondratjew-Zyklus ein. Es wäre aber kaum zielführend, die Artikel hier nachzuerzählen.
Sie liefern auf jeden Fall Stoff zum Nachdenken.
Killen wie im Kinderzimmer
Mittwoch, 5. November 2008
Die Überschrift ist geklaut - von einem an sich fairen Artikel, dem durch diese Überschrift noch schnell der bei Spiegel seit Jahren übliche spielefeindliche Anstrich gegeben wurde. Ich habe mal "Feedback gegeben":
Sehr geehrte Damen und Herren
Wirklich schade, dass ein fundierter und fairer Artikel durch eine so völlig unnötig reißerische Überschrift verschandelt wird. Lassen die Verkaufs- bzw Klickzahlen so sehr zu wünschen übrig, dass man sich solcher Boulevard-Methoden bedienen muss? "Lehrer auf LAN-Party: Zocken wie im Kinderzimmer" - das wäre die richtige Wahl gewesen.
Ist es eigentlich das erste oder das zweite Mal, das im Zusammenhang mit einem Artikel über Counterstrike das Spiel von einem Journalisten auch gespielt wurde?
Gruß
PS: Normalerweise nennt man es WASD, nicht AWSD.
Ich glaube, ich sollte weder einen Abdruck noch eine Reaktion erwarten. Eine Reaktion aber wäre toll: In baldiger Zukunft endlich mal im Spiegel oder auf Spon einen vollständig fairen Artikel zu Counterstrike & Co lesen zu können.



