HUD
Mittwoch, 25. Januar 2012
Das Head-Up Display, das Shuttleworth gestern in seinem Blog vorgestellt hat, ist ein interessantes Konzept. Wer es noch nicht gesehen hat:
Wobei es eigentlich schnell beschrieben ist: Statt Menüs im Fenster unter der Titelleiste gibt es eine kontextabhängige Sucheingabe, aufrufbar per Tastenkombination, welche die Menüpunkte und mehr durchsucht. Ein paar Gedanken dazu:
Eine solche Suchleiste hat einige Herkünfte. Gnome-Do, gRun, aber natürlich auch das Terminal selbst, auf das wohl nicht ohne Grund am Ende des Videos verwiesen wird. Das Menü weghaben zu wollen hat ebenfalls prominente Vorgänger, nämlich Chrome und davon abgekupfert Firefox.
Das M aus WIMP zu streichen hat Konsequenzen für die Benutzbarkeit der Oberfläche. Ein Menü hat Vor- und Nachteile: Es gibt in der Gui platzierten Funktionen einen festen Platz und es macht sonst unsichtbare Funktionen sichtbar. Beispiel für ersteres ist der Menüpunkt "Benutzer abrufen" in Pidgins Buddy-Menü. Beispiel für letzteres ist das klassische Bearbeiten-Menü mit Copy, Cut und Paste. Das ist unter Linux sogar ein Spezialfall, da die Funktion separat mit Strg + C als auch mit Markieren per Maus funktioniert und daher doppelt belegt ist, und trotzdem der feste Platz im Menü für unerfahrene Nutzer hilfreich ist.
Zugegeben: Bei vielen Programmen braucht man diese Dopplung nicht, reicht es sicher, wenn die GUI alle notwendigen Elemente enthält, wodurch das Menü dann wesentlich weniger Vorteile hat. Aber ich kann mir nicht vorstellen, GIMP ohne das Menü zu nutzen.
Desweiteren kann ein Menü mit Maus oder mit Tastatur bedient werden. Es kann durchsucht werden, und es kann Shortcuts anzeigen. Das HUD kann dagegen nur mit der Tastatur bedient werden. Falsch, natürlich auch mit Spracheingabe, was Shuttleworth als logischen nächsten Schritt bezeichnet, womit er völlig recht hat.
Es steht allerdings nicht in Konkurrenz zu festen Shortcuts, die können ja immer noch existieren, unabhängig vom HUD.
Es bietet allerdings keinerlei Übersicht. Entdeckbarkeit wird ausdrücklich im Video als Feature genannt, und ja, eine Suche nach einer Funktion findet natürlich etwas. Im Menü könnte man dagegen selbst suchen, visuell das Menü durchgehen, statt die Bezeichnung erraten zu müssen. Etwas, dessen genauen Namen ich nicht kenne, kann im Menü gefunden werden. Dazu kommt der feste Platz: Das HUD wird und muss lernen können, was toll sein kann, wenn es dadurch im Adressbuch schnell lernt, welcher Namen mit Anfangsbuchstaben C wahrscheinlich gemeint ist. Das gleiche bei Menüfunktionen erfordert dagegen meine Aufmerksamkeit, wenn der Menüpunkt vom zweiten zum ersten Suchergebnis rutscht.
(Ein paar dieser Punkte stammen aus dem Hackernews-Kommentarthread. Man kann es jetzt schon testen).
Ohne es bisher genutzt zu haben mag ich das HUD. Ich mochte auch Gnome-Do. Eine kontextabhängige große Befehlsuchzeile ist sicher praktisch. Ich bin aber nicht überzeugt, dass man dem die Vorteile eines Menüs opfern sollte. Ich glaube, darunter leidet nicht bei allen, aber doch bei einigen Programmen und Funktionen die Sichtbarkeit von Funktionalität. Dass es anfangs parallel zum Menü existieren soll erscheint mir als sehr sinnvoll.
Star Trek Online: Erste Eindrücke
Freitag, 20. Januar 2012
Nach der Begegnung mit dem störrischen Installer wollte ich STO, das vor kurzem von einem Abomodell auf f2p gewechselt ist, natürlich auch anspielen.
MMORPGs konnten mich nie lange fesseln, aber hey, es ist Star Trek. Nach dem Tutorial und der ersten Mission weiß ich nicht, ob dieses Spiel mich für dieses Genre bekehren wird, aber dass ich es noch ein bisschen weiterspielen will.
Dabei sind die Macken groß. Die fehlende Sorgfalt im Installer zeigt sich auch im Spiel. Schon beim einführenden Video: Da wird ein Video mit Spock als Erzähler gespielt, das die Hintergrundgeschichte erzählt, und am Ende erscheint das Logo des Spiels mit der URL untendrunter. Im Spiel ist das natürlich völlig fehl am Platz. Es wirkt, als wäre da einfach die Youtube-Version eingebunden worden. Ich habe es gerade gesucht, aber wenn ich mich richtig erinnere sind die Versionen auf Youtube nicht identisch, das war also schon eine neue überarbeitete Version.
Das folgende Tutorial hat immerhin einen spannenden Rahmen: Eine Kolonie wird von Borg angegriffen, der neu erschaffene Fähnrich wird auf die Brücke gerufen. Nach einem Gespräch auf dem Schirm ist klar, dass das befreundete Schiff angegriffen wird und Hilfe braucht. Was macht der Captain? Er schickt den Fähnrich alleine auf das Schiff. Das von Borgs angegriffen wird. Einen Fähnrich. Alleine. Ohne Außenteam.
In welcher Realität schickt man Personen irgendwohin, wo geschossen wird, Menschen sterben, alles jederzeit explodieren kann, und schickt auch noch unerfahrene Menschen los, noch dazu alleine und praktisch wehrlos? Das ist doch kein Film mit Bruce Willis (gestrichen, um ihn und seine Filme nicht zu beleidigen. Die sind allesamt realistischer).
Es beginnt also völlig absurd. Selbst wenn man nicht wie ich einen Wissenschaftsoffizier spielt, sondern ein Rothemd, aber auch das würde nicht alleine gehen. Dann wiederum wäre es seltsam, erstmal auf der Krankenstation des anderen Schiffes Verletze scannen zu müssen - und zwar während das medizinische Notfallhologramm des Schiffes bewegungslos in der Mitte des Raumes steht. Warum macht es die Scans nicht selbst, oder irgendwas anderes in der Zwischenzeit?
Wobei es natürlich eine nette Voyager-Anspielung ist, dass das EMH großkotzige Sprüche klopft, auch wenn die ein bisschen verunglückt sind.
Um das ganze zu steigern, wird man danach direkt gegen den Feind geschmissen. Wieder alleine, um Borggeräte zu untersuchen und zu zerstören. In meinem Fall dann eine Wissenschaftsoffizierin. Völlig bekloppt.
Wobei man dann natürlich gegen Borg kämpft, was zwar bekloppt ist, aber natürlich auch toll. Borg, Raumschiffe, Phaser.
Und das ist es halt: hey, es ist Star Trek. Nicht in seiner perfekten Form, mit Macken, die es mir noch verleiden können. Ich hatte fortwährende Disconnects, Logiklücken in der Handlungsabfolge im Tutorial, wusste nicht wo ich hinmuss und welcher Button zu drücken ist, Trigger lösten nicht aus und so ging es erstmal nicht weiter und ich hing im Weltall, und zu alledem ist das Interface hässlich, sperrig und überladen. Aber das eigentliche Spiel, das direkte Schießen, funktioniert gut, die Weltraumschlacht machte richtig Spaß (trotz des Frevels zu erzählen, dass Mini-Sternenflottenschiffe eine Chance gegen einen Borg-Kubus hätten. Da hilft auch die Andeutung nicht, dass es sich vom Kollektiv abgetrennte oder ähnlich beschädigte Exemplare handelt). Man beamt von einem Schiff aufs andere und ich denke: Toll! Ein Transporter! Denn hey, es ist Star Trek. Dann warpt man in das Sol-System zur Sternflottenbasis und dort sind zig andere Schiffe, ganz viele kleine neue Anfängerfregatten wie meine und ein paar große Raumschiffe, und das wirkte in dem Moment einfach toll. Auch die erste richtige Mission war ordentlich.
Da fehlt noch viel Feinschliff. Es muss früher noch viel schlimmer gewesen sein, da kam wohl schon seit Release der ein oder andere große Patch. Die reichen aber scheinbar bisher nicht, um das Spiel in ein zugängliches zu verwandeln. Vielleicht ist die deutsche Übersetzung dafür ein gutes Beispiel: Die war nämlich im verlinkten Test von Mitte 2010 noch nicht fertig. Und jetzt, Anfang 2012, ist sie es immer noch nicht. Nichtmal im Tutorial.
Star Trek Online und der Cryptic Handle
Donnerstag, 19. Januar 2012
Dieser Dialog taucht relativ spät bei der Installation auf, oder eigentlich danach. Das Spiel ist fertig installiert, man hat sich gerade mit seinem (PWE-)Account eingeloggt. Und dann kommt das hier.
Der Dialog ist schlichtweg kaputt, und mir ist bis jetzt immer noch nicht ganz klar was seine eigentliche Absicht ist. Ich vermute, dass man hier ganz einfach einen Cryptic-Account so umwandeln kann, dass man damit STO spielen kann (PWE ist der neue Eigentümer von Cryptic, STO gehört Cryptic, STO ist nun neu als F2P gestartet). Hat man nun keinen Cryptic-Account, worauf muss man hier klicken? Die Aufforderung im Beschreibungstext ist klar:
In order to complete the linking process, please create a Cryptic Handle.
Nur ist da kein Knopf "Create Cryptic Handle".
Die Optionen sind wohl:
- Hätte man einen Cryptic-Account könnte man sich mit dem unten einloggen, die Daten eingeben und Submit drücken.
- "Link Cryptic Account" ist ein Button. Hätte man einen Cryptic Account, könnte man damit wohl den Handle erstellen.
- Und die Lösung für Menschen mit PWE-Account: "Do nothing" drücken.
Das steht im Wiederspruch zum Dialogtext und es ist auch nicht ersichtlich, dass man da überhaupt draufdrücken kann. Bei drei Installationen, die ich beobachten konnte, wurde dieser Dialog nicht verstanden. "Brauche ich so einen Account?", "Ich hab nicht gesehen, dass da ein Button ist". Bei zweien davon konnte ich helfen. Die andere und erste war meine, und ich habe gut geraten.
Wenn der Installer schon so offensichtlich ungetestet ist, lässt das für das Spiel ja tolles erahnen.
Fable Intro
Mittwoch, 18. Januar 2012
Einfache Regel: Beim ersten Start schaue ich mir alle Intros eines Spiels an, danach werden sie nervig. Fable hat es allerdings geschafft, mit einem nichtssagenden und langen Intro vor Spielbeginn meine Geduld und damit diese Regel ganz schön zu strapazieren. Da werden einfach ein paar Grafiken herumgeschoben, eine Einführung in die Spielwelt ist das nicht. Die kommt dann beim Start der Kampagne. Ich präsentiere hiermit also eines der langweiligsten Intros, das ich kenne:
Dell U2312HM
Montag, 16. Januar 2012
Noch ein bisschen mehr Technikvorstellungen. Der Monitor wurde bei prad als guter Allrounder bezeichnet und erfüllte auf dem Papier meine Anforderungen:
- Kein Klavierlack
- Kein Brummen bei niedriger Helligkeit
- Geeignet zum Spielen, Film schauen, Entwickeln (=Textdarstellung) und Surfen
An sich keine absurden Anforderungen, aber es war gar nicht so einfach etwas passendes zu finden. Jetzt habe ich den Monitor eine Weile und kann berichten, dass er diese Anforderungen wirklich erfüllt. Mir fielen keine Bildprobleme auf, keine Schlieren bei Spielen, auch kein Brummen und kein blendender Powerknopf (der leuchtet ganz dezent).
Die Helligkeit habe ich allerdings durchgängig auf die niedrigste Stufe heruntergestellt und hier auch nachts eine Lampe an, der Test hatte völlig recht damit, dass die Mindesthelligkeit noch zu hell ist. Dass er höhenverstellbar ist hat mir dagegen sehr gefallen, und auch die USB-Anschlüsse an der Seite haben sich als praktisch erwiesen.
Starte wenn online
Donnerstag, 12. Januar 2012
Seit ich WLAN benutze passiert es immer mal wieder, dass nach dem Start des Fenstermanagers erstmal keine Internetverbindung besteht. Manchmal funktioniert es gar nicht und braucht ein ifdown/ifup, aber öfter dauert es einfach ein paar Sekunden länger bis die Verbindung da ist. In diesem Zeitraum werden allerdings meine Startprogramme bereits ausgeführt. Es ist doof, wenn dadurch izulu erst beim nächsten Durchlauf (nach 15 Minuten) den Bildschirmhintergrund zeichnet und Chrome sowie Pidgin Fehlermeldungen werfen. Also starte ich diese Programme nun erst, wenn eine Internetverbindung steht, mit einem recht einfachen Ansatz:
In /usr/local/bin/ sitzt is_online.sh:
#!/bin/sh host google.de > /dev/null
In der ~/.icewm/startup stehen jetzt alle Programme, die eine Internetverbindung benötigen, hinter
#online-section
until is_online.sh ;do
sleep 10
done
Jetzt darf nur nie Google ausfallen.
Spamblock-Bayes 0.4.4: Troja
Sonntag, 8. Januar 2012
Da ist er, der Commit. Endlich sind da die Codeteile von Troja drin, die ich schon eine Weile parat hatte, aber zu lange noch besser zu testen waren. Ich merke gerade, dass ich das Beta-Label vergessen habe, nun gut.
Im Import-Menü gibt es nun also einen Knopf, um von einem anderen Blog die Spamdatenbank zu importieren, und sich selbst als Spamdatenbankexporter ein/auszutragen. Das funktionierte bei Dirk nicht und bei mir schon...
Troja als Arbeitsnamen habe ich dort bewusst nicht erwähnt, man muss ja niemanden damit verwirren.
Grischa fixte einen Bug beim Kommentarfeldselektieren und räumte dabei den Code auf. Außerdem wurden durch ihn Schnittstellen für das xmlrpc-Plugin angelegt, da ich das mit den dafür vorgeschlagenen Konfigurationsoptionen noch klären wollte ist das noch auskommentiert. Wollte das Plugin heute abend erstmal aus der Tür haben, vll kommt in den nächsten Tagen also wieder ein Update damit.
Ansonsten steht trocken im Changelog:
Recycler will only delete selected comments (all if none selected)
Mir war nicht mehr klar, dass das nicht von Anfang an so war, aber im Commit ist wirklich entsprechender Code.
Nun erstmal abwarten, ob Troja funktioniert. Für die Zukunft ist vage und schon eine Weile in meinem Kopf der Gedanke, dass man das Menü überarbeiten sollte, mindestens den Papierkorb. Aber ansonsten ist das Plugin jetzt alt und relativ stabil, der Code wie von Grischa richtig bemerkt relativ komplex, also kann das ruhig eine Weile ruhen.
Ruby & Sinatra unter 11.10
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Sinatra unter 10.04 war kein Problem und lief sofort. Aber unter 11.10 kam nach der Installation über rubygems die folgende Fehlermeldung:
onli@Gecko:~$ ruby1.8 -rubygems server.rb Invalid gemspec in [/var/lib/gems/1.8/specifications/rack-protection-1.1.4.gemspec]: invalid date format in specification: "2011-10-04 00:00:00.000000000Z" Invalid gemspec in [/var/lib/gems/1.8/specifications/tilt-1.3.3.gemspec]: invalid date format in specification: "2011-08-25 00:00:00.000000000Z" Invalid gemspec in [/var/lib/gems/1.8/specifications/sinatra-1.3.1.gemspec]: invalid date format in specification: "2011-10-05 00:00:00.000000000Z" /usr/lib/ruby/vendor_ruby/1.8/rubygems/custom_require.rb:36:in `gem_original_require': no such file to load -- sinatra (LoadError) from /usr/lib/ruby/vendor_ruby/1.8/rubygems/custom_require.rb:36:in `require' from server.rb:1
Die Lösung findet sich bei Stackoverflow:
In /var/lib/gems/1.8/specifications/ die *.gemspec-Dateien öffnen und dort die Zeilen
s.date = %q{2011-10-04 00:00:00.000000000Z}in
s.date = %q{2011-10-04}ändern.
Findmore - 2-Klick-Likebuttons
Freitag, 23. Dezember 2011
Versuche gerade, Heises 2-Klick-Buttons in das serendipity_event_findmore-Plugin einzubauen. Eigentlich ist das fertig, nun müssen nur noch die Buttons getestet werden. Das hier ist der Test.
Testergebnis 1: Kein URL-Encoding für die Google+-Button, dann geht er.
Testergebnis 2: Bei Facebook funktioniert der Link zurück zum Artikel nicht.
Arbeit
Dienstag, 20. Dezember 2011
Ich probiere gerade einen Tipp aus, den ich in irgendeinem Artikel oder Kommentar auf Hackernews gelesen hatte: Arbeit mit eigenen Zielen verbinden. Der Gedanke ist einfach, aus einer gewöhnlichen Aufgabe, also aus einem normalen kleinen Programmier-Projekt, etwas besonderes zu machen, indem man dabei etwas neues ausprobiert. Bei diesem Projekt soll ich z.B. eine Webanwendung entwickeln, und statt das wie sonst mit Java oder PHP zu machen nutze ich diesmal Ruby mit Sinatra.
Davon profitieren alle: Mir macht die Arbeit mehr Spaß und ich lerne etwas neues dabei. Mein Arbeitgeber hat auch keinen Nachteil, denn obwohl man sich in eine neue Sprache immer erstmal einarbeiten muss, sorgt alleine mein Spaßfaktor dafür, dass die Arbeit eher schneller geht als sonst (Ich bin deutlich vor meinem Zeitplan). Und nebenbei sitzt das Projekt dann auf interessanter Technik.
Vielleicht macht es aber nicht einfach nur durch das Lernen einer neuen Sprache Spaß, sondern weil Sinatra ziemlich toll ist. Das Hallo-Welt:
require 'sinatra'
get '/' do
'Hello world!'
endGenauso einfach, wie es sein soll, installiert mit zwei Konsolenbefehlen (kein Java-XML-Krampf). Dazu wirkt Ruby bisher ziemlich elegant (keine Semikolons, kein Klammerwald, assoziative Arrays ohne Import, klare Fehlermeldungen) und eine Template-Sprache ist auch direkt dabei, die ebenfalls einfach so funktioniert.
Zumindest zusammen mit diesen Werkzeugen war das scheinbar ein guter Tipp.
Upgradenachbesserungen Oneiric
Samstag, 17. Dezember 2011
Endlich mal wieder ein Upgrade, das bei mir eigentlich gut durchlief, ohne folgende Neuinstallation. Irritierend war die Fehlermeldung des Flashpakets, sonst war beim Upgrade selbst nichts besonderes.
Es fehlte danach die Akkuanzeige, das Paket indicator-power nachzuinstallieren half:
sudo apt-get install indicator-power
Unschön war, dass Dropbox nicht mehr startete, das löste ein:
dropbox autostart
Jetzt muss nur noch Eclipse wieder starten. Das Ladebalkenfenster wird einfach grau, Fehlermeldung gibt es keine.
HP Veer
Samstag, 10. Dezember 2011
WebOS wird freie Software (via). Ich nehme das mal als Anlass, mein Veer vorzustellen, das mit diesem Betriebssystem läuft und mich hier in Siegen über die internetlose Zeit gerettet hat.
HP hatte in ihrem Firesale ihre WebOS-Hardware für sehr wenig Geld verkauft, da war auch das Veer dabei. Ich hab es vor meinem Umzug nur durch Zufall geholt, ein Freund hatte es nach dem Sale bei Ebay für 100€ zum Testen gekauft und sich dann dagegen entschieden. Es gefiel ihm, hatte aber zuviele Macken und ist kein Android, woran er gewöhnt ist. So gab er es mir, denn mein Handy spann schon eine Weile.
Mir war es überhaupt nur aufgefallen und ich zog es einem Pre3 vor, weil es besonders klein sein sollte. Und klein ist es wirklich:
Nun bin ich wohl wirklich der Falsche, ein detailliertes und kenntnisreiches Review zu schreiben - mein Handy davor war von 2005 und weit von einem Smartphone entfernt. Aber das Veer hat mir alles in allem doch gefallen. Warum?
- Schrieb ich bereits oft genug, dass es klein ist? Dadurch ist es in der Hosentasche kaum fühlbar, für mich war das ein wichtiger Faktor, gerade im Vergleich zu den riesigen Alternativen, für die ich neue Hosen mit größeren Taschen gebraucht hätte.
- Es hat eine Tastatur mit echten Tasten, auf denen man trotz ihrer Winzigkeit ganz gut schreiben kann. Das war mir wichtig, nachdem ich ein paar Bildschirmtastaturen anderer Touchhandys ausprobiert habe und damit nicht zurechtkam. Die Tastatur ist viel angenehmer.
- Über die HP-WebOS-Geräte las man öfter, dass die Geräte nun besser verarbeitet seien als bei Palm. Ein Kollege hier hat ein Veer-Vorgänger, und das wirkt wirklich weniger stabil als die neue Version. Das Veer wirkt gut und bekommt keine Kratzer.
- Ich mag WebOS ganz gerne, unten mehr dazu.
Ich habe es jetzt eine ganze Weile als Haupt-Internetgerät benutzt. Durch das kleine Display ist man sicher mehr noch als bei größeren Handys auf angepasste Seiten angewiesen, sonst wird das Surfen zur Scrollorgie. Dann aber ist es ausreichend groß, morgens im Bus damit die mobile Version von Google Reader zu nutzen funktioniert einwandfrei. Und 2k11 sieht natürlich hervorragend darauf aus.
Sowieso: Großer Kritikpunkt ist die mangelnde Verfügbarkeit von Anwendungen. Völlig entkräften kann ich das nicht, installiert habe ich nur drei Stück (Bahnfahren, VoiceRecorder und Paketverfolgung Lite), die meiner Meinung nach alle sehr gut gemacht sind. Aber ich habe nicht das Gefühl, irgendeine App zu brauchen (außer vll WhatsApp), denn für alles andere ist entweder schon ein gutes Programm dabei (Mail, Kalender, verknüpfbar mit Google) oder das sind sowieso Dinge, für die eine Webanwendung viel besser ist (wie ein Feedreader). Vielleicht ist das eine generelle Verschiebung, das Internet inzwischen viel besser für mobile Geräte geeignet als früher, als die meisten Smartphoneanwender sich an ihre geliebten Apps gewöhnten, oder ich bin da nur eigen. Für mich sind Apps Lückenfüller, bis die zugehörige Webseite auf kleine Bildschirme angepasst ist.
Akkulaufzeit: Enttäuschend. Profitiert aber extrem davon, wenn die Displayhelligkeit heruntergeregelt wird, was außer bei extremen Sonnenschein ausreichend hell ist. Damit ist dann folgender Ablauf möglich: morgens aufladen, tagsüber gelegentlich nutzen, nachts in den Flugmodus. Wird es stark genutzt, z.B. um damit durchgängig zu surfen, hält der Akku ~4 Stunden. Im Vergleich zu meinem gewöhnlichen Handy, bei dem ich das Aufladen jede Woche schon schlecht fand (mein altes Nokia hielt 2 Wochen!), ist das eigentlich inakzeptabel. Aber das gilt wohl für alle Smartphones.
Großes Problem sind die Bugs. Ich finde das Veer wirklich toll, aber ich kann völlig nachvollziehen, wenn jemand angesichts der Bugs das Handy aus dem Fenster wirft, nen Röhrenmonitor hinterherschmeißt und dann einen LKW drüberfahren lässt. Mehrmals. Eine kleine Liste:
- Manchmal bricht mittendrin der Sound weg und bleibt weg.
- Manchmal toggelt der Browser den Zoommodus, jede Bewegung wird dann zum Zoomen benutzt oder zieht in die rechte untere Ecke, selbst wenn man eigentlich nur Scrollen wollte.
- Flash kann Sound, aber nicht immer, z.B. nicht bei Google Music.
- Gestern mal wieder weigerte es sich stundenlang, in verschiedenste Wlans zu connecten, bis ich es neustartete.
- Internetseiten, Html genauso wie reine Bilder, werden immer mal wieder einfach weiß, nachdem sie vollständig geladen und ganz kurz angezeigt wurden. Bevorzugt bei sehr langsamen Verbindungen, bei denen das ein minutenlanges Neuladen bedeutet. Das ist nicht sarkastisch gemeint, der Bug tritt wirklich fast nur dann auf.
- Ab und zu fängt es aus nicht ersichtlichen Gründen an zu ruckeln, egal ob im Menü oder im Browser.
- Der Helligkeitssensor regelt die Helligkeit völlig zufällig hoch und runter, ohne dass es irgendwas mit der Außenhelligkeit zu tun hätte.
- (In Telefongesprächen bleibt der Gesprächspartner manchmal 20-30s stummt, kann natürlich am Provider oder an sipgate liegen)
Und das waren sicher nicht alle Bugs, die inzwischen auftraten.
Warum ich das Veer noch habe, behalte und erstmal nicht ersetzen will liegt an dem ganzen Rest des Systems. Ich war begeistert, wie toll da alles ineinandergreift und wie schön die Oberfläche gemacht ist. Ein Wisch vom Gestenbereich nach oben fährt das Menü in einer schnellen und weichen Animation von unten nach oben. In der Kontaktanwendung ist bei jedem Kontakt ein Icon, um direkt eine SMS zu schreiben. In dieser SMS-Anwendung kann man problemlos auf (Google-)Jabber wechseln. Die Kontakte, die eigentlich nur auf der Simkarte gespeichert waren, wurden automatisch gesynct und waren auch mit der neuen Simkarte noch da. Ein Klick im Browser auf einen Youtube-Link öffnet das Video in der Youtube-App (die auf dem kleinen Bildschirm Youtube 100fach vorzuziehen ist), ein Klick auf ein Kartensuchergebnis die Kartenanwendung mit dem Ergebnis als Startpunkt (wobei das seit der Umstellung auf Bing-Maps nicht mehr immer funktioniert und diese App ruckelt). Fängt man im Startbildschirm an zu tippen, werden alle möglichen Bereiche des Handys nach diesem Begriff durchsucht und die Ergebnisse und weitere Suchoptionen (z.B. Internetsuchmaschinen) angeboten. Das wirkt alles durchdacht, unterstützt sehr viele Nutzungsszenarien so gut wie möglich, und eigentlich alles sieht dabei hübsch aus.
Deswegen ist das Veer dann sehr angenehm zu benutzen, wenn es gerade funktioniert. Nun, mit dem Betriebssystem als freie Software, besteht eine große Chance, dass das Veer immer angenehmer zu nutzen wird, da die Bugs gefixt werden dürften. Und dann war das ein guter Kauf.
Verschwundene Artikel
Samstag, 10. Dezember 2011
Hier sind übrigens in letzter Zeit Artikel verschwunden. Falls noch anderes nicht funktioniert, bitte bescheidgeben.
Update: Das war übrigens dieser Bug und ist jetzt gefixt, zumindest hier im Blog.
Fate of the World
Montag, 5. Dezember 2011
Die Welt retten. Fate of the World ist ein Spiel aus der Kategorie Serious Gaming, ein Spiel mit ernsten Inhalten. Es geht um die Zukunft der Welt, wie diese auf die Erderwärmung reagieren kann und und welche Auswirkungen sie hat. Verpackt in ein rundenbasiertes Aufbau/Kartenspiel.
Der Trailer:
Es hat Macken. Im zweiten Szenario, in dem man bis 2080 durch Ölförderung bestehen soll, sinkt mir immer der HDI von Indien auf unter 0.7 wegen absurd hohen Sterblichkeitsraten. Warum die so hoch sind bleibt für mich unsichtbar. Das Spiel ist manchmal überraschend schlecht darin, Zusammenhänge zu zeigen. Aber mich hat das beschäftigt, das Szenario habe ich inzwischen bestimmt zehnmal gestartet und habe dadurch inzwischen eine Theorie - und sowieso weiß ich erst jetzt, was HDI überhaupt bedeutet.
Bei RPS steht mehr darüber, samt recht treffenden Screenshots. Das Review dort quillt über vor Begeisterung, nicht ganz zu unrecht.
Hoverbox mit CSS
Donnerstag, 1. Dezember 2011
Nein, es geht nicht um Werbepopups. Ich wollte einer Seite eine Erklärung hinzufügen, fand dafür keinen passenden Ort, und versteckte sie daher hinter einem Fragezeichen. Bei einem Klick auf dieses oder beim Hovern über es erscheint die Box mit der Erklärung, sanft eingeblendet. Umgesetzt mit reinem CSS, ohne Javascript.
So sieht das Ergebnis dann aus:
So der vollständige HTML-Code:
<div id="explanation">
<a id="explanation-button" href="#explanation-container">?</a>
<div id="explanation-container">
<a href="" id="explanation-close">X</a>
<h2>Erklärung</h2>
</div>
</div>
Und so das CSS:
#explanation {
display: inline;
left: -100%;
width: 100%;
position: fixed;
}
#explanation-button {
position: fixed;
right: 1em;
opacity: 0.3;
}
#explanation-button:hover {
cursor: pointer;
}
#explanation-close {
float: right;
display: none;
text-decoration: none;
}
#explanation-container:target #explanation-close {
display: block;
}
#explanation-container {
opacity: 0;
display: inline-block;
position: relative;
background-color: #fdfdfd;
-moz-transition: all 1s ease-in-out;
-webkit-transition: all 1s ease-in-out;
-o-transition: all 1s ease-in-out;
transition: all 1s ease-in-out;
width: 60%;
}
#explanation:hover #explanation-container, #explanation-container:target {
opacity: 1;
left: 100%;
}
Viel Code aus einmal. Ich will Schritt für Schritt die einzelnen Elemente erklären:
- <div id="explanation">
- Das umarmende div enthält alle weiteren Inhalte, um auf ein :hover-Event reagieren zu können und dann die ganze Box einzublenden. Sie wird anfang im CSS auf display:inline gesetzt, damit es die anderen Elemente nicht stört, dann mit position: fixed fixiert und schließlich mit left: -100% aus dem Sichtfeld geschoben.
- <a id="explanation-button" href="#explanation-container">?</a>
- Der Link ist das einzige Element, das immer zu sehen sein wird. Er wird durch das position:fixed aus der Box herausgelöst, dadurch nicht mit der Elternbox nach links verschoben. Gedacht ist: bei einem Klick (per :target) oder beim Darüberfahren (per :hover) wird das Elternelement sichtbar und dadurch die ganze Erklärung.
- <div id="explanation-container">
- Der Container mit der eigentlichen Erklärung. Im CSS davon kann man gut sehen, wie die Animationen in CSS auf diese Box gesetzt werden. Durch die transition-Eigenschaft wird gesteuert, wie ein Änderung von Werten wie opacity animiert werden. Opacity ist nebenbei auf 0, damit ist die Box erstmal unsichtbar. Man beachte auch die Eigenschaft display: inline-block.
- CSS: #explanation:hover #explanation-container, #explanation-container:target
- Das ist der Kern des ganzen Codes! Wird über die Box gefahren, deren einziges sichtbares Element das ? ist, oder wird #explanation-container Ziel eines Ankers, wird die Box nach rechts verschoben und sichtbar gemacht. Durch die transition-Eigenschaft der Box (siehe oben) wird diese Statusänderung animiert: Die Box wird hereingeschoben und eingeblendet, anstatt direkt zu erscheinen.
- <a href="" id="explanation-close">X</a>
- Nach einem Klick auf das ? wird die Box dauerhaft eingeblendet, da #explanation-container mithilfe von :target eingeblendet wird. Es wurde also ganz normal die Seite geladen, nur dass #explanation-container hinten stand, ein Anker. Um das wieder auszublenden, muss die Seite wieder ohne den Anker geladen werden, und genau das macht dieses X.
Man kann das ganze auf der Demoseite oder im Praxiseinsatz (das Fragezeichen ganz rechts) nochmal genau anschauen.






